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Geschichte

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Der Deutsche Pinscher ("Mittelschlagpinscher")


Während die einen die Herkunft des Deutschen Pinschers auf die Torfhunde der Pfahlbauer zurückführen, ihm also eine Jahrtausende lange Geschichte attestieren, begnügen sich die anderen mit der Feststellung, dass die Rasse aus den Hunden süddeutscher Bauern, Stallknechte und Fuhrleute des ausgehenden 19. Jahrhunderts herausgezüchtet worden ist. Auch in der Schweiz und Österreich sollen entsprechende Landschläge anzutreffen gewesen sein. Auch England und seltener Österreich werden von manchen als mögliche Ursprungsländer des Pinschers, bzw. seines Namens (von englisch „to pinch“ oder nach der österreichischen Landschaft „Pinzgauer" genannt. Man unterschied damals zwischen glatthaarigen und rauhaarigen (den heutigen Schnauzern) Pinschern.



Als Hund der einfachen Leute durfte der Pinscher keine großen Ansprüche stellen. Er musste in der Lage sein, für sich selbst zu sorgen und selbständig seiner Arbeit als Gehilfe von Fuhr- und Stallknechten nachzugehen. D.h. er beschaffte sich selbst Nahrung und Nachtlager und bewachte in eigener Regie Fuhrwerk und Stallungen, die er darüber hinaus von Ratten und Mäusen befreite.
Und ausdauernd musste ein Pinscher sein. Denn er lief mit den Fuhrwerken mit – das konnten etwa 20 km a Tag sein – und übte natürlich auch während der Rast, genau wie des Nachts, sein Wächteramt aus. Sowohl teure Fuhren als auch die Pferde konnten andernfalls leicht zur Beute von Dieben werden, zumal Pferdediebstahl zeitweise fast wie ein Beruf ausgeübt wurde. Misstrauisch gegen jeden Fremden, beschützte der Pinscher wachsam und wehrhaft das Eigentum seines Herrn. Dieser konnte sich unbesorgt zur Ruhe legen, während sein Hund Wache hielt.

 


In den Anfängen der Hundezucht war die Arbeitstauglichkeit des Tieres das oberste Kriterium. Es kam einzig und allein auf die gebrauchstauglichen Eigenschaften der Hunde an. Tiere, die diesen Ansrüchen nicht genügten, wurden aussortiert. Farbe oder harmonischer Körperbau spielten damals keine besondere Rolle.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam die „Sportzucht“ auf.
Seit der Gründung des Pinscherklubs 1895 waren die Glatthaarpinscher, die „Stiefkinder des Klubs“ und immer wieder vom Aussterben bedroht – trotz aller Bemühungen seines Gründers Josef Berta. Nach dem zweiten Weltkrieg war es dann in der Bundesrepublik Werner Jung, der davon überzeugt war, dass der Mittelschlag Pinscher in der modernen Welt eine Zukunft habe. Er baute die Zucht mit fünf Hunden (vier übergroßen Zwergpinschern und einer Mittelschlag Pinscherhündin „Kitti vom Bodestrand“ aus der ehemaligen DDR) wieder auf. Schnell fand er engagierte Züchter und Mitstreiter, so dass innerhalb der nächsten zehn Jahre wieder mehr als 500 Pinscher gezüchtet wurden.
Im Jahre 2003 wurde der Deutsche Pinscher  von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen zusammen mit dem Spitz zur gefährdeten Rasse des Jahres erklärt, was seinem Bekanntheitsgrad sicherlich zu Gute gekommen ist. Die Welpenzahlen stiegen von zuvor ca. 160 auf über 200 pro Jahr an. In den vergangenen Jahren ist die Welpenzahl sogar explosionsartig in die Höhe geschnellt: von 237 (2005) auf 470 (2007) und seither sind jährlich über 400 Welpen geboren.
 
Eine einschneidende Veränderung für den Pinscher stellt heutzutage das weitgehende Wegfallen seiner angestammten Aufgaben dar: er wird nicht mehr als Ratten-,  Mäuse- oder Kaninchenjäger benötigt, und auch ein Wächter, der „Denkzettel“ verpasst, ist in unserer Gesellschaft nicht mehr erwünscht.
Seine Anhänger, die ihn heute als Sport- und Begleithund führen, schätzen seine Intelligenz und Bewegungsfreude sowie seine Eigenständigkeit, die er über Jahrhunderte im Dienst seiner Menschen entwickelt hat.
 
Doch gerade diese Intelligenz und Selbständigkeit der Pinscher machen ihre Ausbildung - und auch manches Alltägliche - nicht immer leicht.

   

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